DKOU-Übersichtsartikel zur DKOU 2017

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BERLIN. Die Therapie mit Stoßwellen oder Druckwellen hat sich rasant ent­wickelt und bietet auch aufgrund des breiten therapeutischen Fensters vielfältige Anwendungsmöglichkeiten - Grund für ein Update zu alten und neuen Indikationen.

Die Erfolge der Stoßwellentherapie sind auf deren vielfältige Wirkungen zurückzuführen. Dazu gehören laut Dr. Wolfgang Schaden, dem weltweit anerkannten Pionier der Methode vom Stoßwellenzentrum Wien: Per­meabilitätsänderungen der Zellmem­bran, eine vermehrte ATP-Produktion durch Aktivierung der Mitochondri­en, ein bakterizider und entzün­dungshemmender Effekt, die Aus­schwemmung von Substanz P, die An­gio- und Vaskulogenese, die Freiset­zung von NO und Wachstumsfaktoren (zum Beispiel VEGF) sowie die Beein­flussung von Migration, Differenzie­rung und ,homing' von Stammzellen.

Eine durch fokussierte elektro­hydraulische Stoßwellen (ESTW) ver­mittelte Mechanotransduktion ist für die Stimulation der biologischen Regeneration verantwortlich.

Bewährte und neue Indikationen

In seinem Update beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfall­chirurgie in Berlin stellte Privat­dozent Dr. Jörg Hausdorf, Oberarzt an der Klinik für Orthopädie, Physikali­sche Medizin und Rehabilitation, Kli­nikum der Universität München, Campus Großhadern, Ergebnisse ak­tueller Studien zu bewährten und neuen Indikation für eine Stoßwel­lentherapie vor:

•     Epicondylitis: In dieser seit 20 Jah­ren bewährten Indikation scheint ei­ne Behandlung mit 3 x 1000 Impulsen niedriger Energie (0,10 mJ/mm2) zu einem besseren 12-Wochen-Ergebnis zu führen als 3 x 1000 Impulse einer höheren Energie (0,25 mJ/mm 2).

•     Tendlnosls calcarea: Nicht nur bei der Kalkschulter, sondern auch bei Rotatorenmanschetten-Tendopathie ohne Kalk kann durch eine Stoßwel­lentherapie eine gegenüber Placebo signifikante Schmerzreduktion erzielt werden. Beim subachromialen Schmerzsyndrom mit/ohne Kalk, je­weils kombiniert mit Physiotherapie, bringt die gezielte Behandlung einzel­ner Sehnen keinen Erfolg. Auch eine zusätzlich zur Stoßwellentherapie durchgeführte exzentrische Trai­ningstherapie ist ohne Zusatznutzen.

•     Fasziitis plantaris: In der aus Sicht von Hausdorf weiterhin besten Indi­kation für eine Stoßwellentherapiekonnte der Nutzen auch in der akuten Situation belegt werden. Diese Be­handlungsmethode sollte also nicht nur im Sinne der ultima ratio einge­setzt werden. Therapieassoziierte Komplikationen gibt es keine. Es ist für den Therapieerfolg unerheblich, ob einfach dort geschallt wird, wo es weh tut, oder der Kalk zuvor mittels Ultraschall lokalisiert wird. 

Neue Indikationen: Bei der Achilles­sehnentendinitis führt die elektro­hydraulische Stoßwellentherapie zu einer signifikanten und mit der Injek­tion von PRP (platelet rich plasma) vergleichbaren Verbesserung der Symptomatik. Bei der Gonarthrose ist das Bild noch uneinheitlich. Die Rückbildung von schmerzhaften Kno­chenmarködemen kann offenbar durch die ESTW beschleunigt wer­den. Und nicht zuletzt eignet sich die Stoßwellentherapie einer ersten Stu­die nach auch zur Behandlung bei Spastik nach Schlaganfall.

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